Sigmoidoskopie: Eine klare Anleitung zum Verfahren, zu Risiken und Alternativen

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Eine Sigmoidoskopie ist ein medizinischer Eingriff zur Untersuchung des unteren Teils des Dickdarms. Es handelt sich um eine Art Endoskopie, bei der Ärzte einen flexiblen Schlauch mit einer Kamera verwenden, um das Innere des Körpers zu betrachten. Im Gegensatz zu einer vollständigen Koloskopie wird bei einer Sigmoidoskopie nur das letzte Drittel des Dickdarms untersucht – das Rektum, das Sigma und der absteigende Dickdarm – was sie zu einer schnelleren und weniger invasiven Option für bestimmte Untersuchungen und Diagnosen macht.

Warum wird eine Sigmoidoskopie durchgeführt?

Ärzte können dieses Verfahren aus mehreren Gründen empfehlen:

  • Darmkrebs-Screening: Eine Sigmoidoskopie kann helfen, frühe Anzeichen von Krebs zu erkennen, insbesondere bei Menschen mit durchschnittlichem Risiko.
  • Symptomuntersuchung: Wird verwendet, um die Ursache von Blutungen, Bauchschmerzen, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten oder unerklärlichem Gewichtsverlust zu ermitteln.
  • Krankheitsüberwachung: Bei Erkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn helfen Sigmoidoskopien bei der Beurteilung von Entzündungen und der Verfolgung des Krankheitsverlaufs.
  • Polypenentfernung: Ärzte können während des Eingriffs Polypen (abnorme Wucherungen) entfernen, um zu verhindern, dass sie sich zu Krebs entwickeln.

Die Entscheidung für eine Sigmoidoskopie anstelle einer vollständigen Koloskopie hängt von individuellen Risikofaktoren und der Krankengeschichte ab. Bei Personen mit durchschnittlichem Risiko kann eine alle 5–10 Jahre durchgeführte Sigmoidoskopie ausreichend sein. Allerdings können Personen, bei denen in der Familie Darmkrebs, Polypen oder entzündliche Darmerkrankungen aufgetreten sind, möglicherweise mehr von einer Koloskopie profitieren, bei der der gesamte Dickdarm untersucht wird.

Wie funktioniert eine Sigmoidoskopie?

Der Vorgang selbst dauert etwa 10-20 Minuten. Der Patient liegt auf der Seite, während der Arzt vorsichtig ein Sigmoidoskop (einen flexiblen Schlauch mit einer Kamera) in den Anus einführt und es durch das Rektum und den unteren Dickdarm führt. Um den Dickdarm besser sichtbar zu machen, wird Luft oder Kohlendioxid verwendet, um ihn zu erweitern. Die meisten Patienten benötigen keine Anästhesie, einige Ärzte bieten jedoch möglicherweise eine Sedierung zur Beruhigung an.

Vorbereitung ist der Schlüssel. Eine Darmreinigung ist notwendig, um eine klare Sicht zu gewährleisten. Dazu gehört in der Regel die Einnahme eines Einlaufs mehrere Stunden vor dem Eingriff oder in manchen Fällen auch die Einnahme einer klaren, flüssigen Diät.

Risiken und Komplikationen

Sigmoidoskopien sind im Allgemeinen sicher, aber zu den potenziellen Risiken gehören:

  • Sedierungsreaktionen: Wenn Sedierung angewendet wird, besteht ein geringes Risiko für Nebenwirkungen.
  • Darmperforation: Obwohl selten (etwa 1 von 50.000 Eingriffen), kann der Schlauch die Darmwand durchstoßen.
  • Blutungen: Die Entfernung von Polypen oder die Entnahme von Biopsien kann zu leichten Blutungen führen.
  • Peritonitis: In äußerst seltenen Fällen kann es zu einer Entzündung der Bauchschleimhaut kommen.

Nach dem Eingriff kann es bei den Patienten zu Blähungen oder Blähungen kommen, diese Symptome klingen jedoch in der Regel schnell ab. Wenn Polypen entfernt oder Biopsien entnommen wurden, ist eine geringe Blutmenge beim ersten Stuhlgang normal.

Sigmoidoskopie vs. Koloskopie: Welche ist die richtige für Sie?

Der Hauptunterschied besteht in der Umfangslänge. Bei einer Koloskopie wird der gesamte Dickdarm untersucht, während sich eine Sigmoidoskopie auf das untere Drittel konzentriert. Dies bedeutet, dass Koloskopien eine umfassendere Sicht bieten, aber auch eine umfassendere Darmvorbereitung und häufig eine Sedierung erfordern.

Für das Screening bei durchschnittlichem Risiko kann eine Sigmoidoskopie eine praktikable Option sein, insbesondere wenn eine vollständige Koloskopie medizinisch nicht durchführbar oder nicht wünschenswert ist. Personen mit hohem Risiko sollten jedoch Koloskopien Vorrang einräumen, um eine vollständige Krebsvorsorge zu gewährleisten.

Fazit: Die Sigmoidoskopie ist ein nützliches Instrument zur Beurteilung des unteren Dickdarms und bietet in ausgewählten Fällen eine weniger invasive Alternative zu einer vollständigen Koloskopie. Das Verständnis des Verfahrens, der Risiken und Alternativen ist entscheidend für fundierte Entscheidungen im Gesundheitswesen.