Intermittierendes Fasten (IF) erfreut sich als Mittel zur Gewichtsreduktion und Stoffwechselgesundheit immer größerer Beliebtheit. Da jedoch immer mehr Frauen dieses Essverhalten übernehmen, stellen sich Fragen zu seinen Auswirkungen auf den Menstruationszyklus und die reproduktive Gesundheit. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind gemischt und die Auswirkungen variieren je nach einzelnen Faktoren erheblich.
Wie sich Fasten auf das Hormonsystem auswirkt
Der Menstruationszyklus ist ein fein abgestimmter Prozess, der von der Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse (HPO) gesteuert wird. Dieses System reguliert wichtige Hormone – Östrogen, Progesteron, LH und FSH – und jede Störung kann zu unregelmäßigen Perioden, Eisprungproblemen oder Erkrankungen wie dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) führen.
Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass IF diese Hormone beeinflussen kann. Studien zeigen, dass Fasten den Androgenspiegel senken und das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) erhöhen kann, insbesondere bei Frauen mit Fettleibigkeit. Allerdings verändert das Fasten auch die Hormonausschüttungsmuster, und eine zu starke Einschränkung der Kalorienzufuhr kann Menstruationsunregelmäßigkeiten verschlimmern.
Die PCOS-Verbindung
Für Frauen mit PCOS – einer häufigen hormonellen Störung, die unregelmäßige Perioden verursacht – kann IF Vorteile bieten. Eine Studie ergab, dass ein achtstündiges Essfenster die Regelmäßigkeit der Menstruation und die Stoffwechselgesundheit bei Frauen mit PCOS verbesserte. Es gibt jedoch keine Garantie für die Ergebnisse und eine übermäßige Einschränkung kann nach hinten losgehen.
Gemischte Ergebnisse: Es gibt keine Einheitslösung
Die Forschung ist inkonsistent. Einige Studien stellen hormonelle Verbesserungen fest, während andere kaum Veränderungen zeigen. Alter, Stoffwechselstatus und vorhandene Hormonspiegel spielen eine Rolle dabei, wie Frauen auf IF reagieren. In einer Studie wurden beispielsweise keine signifikanten hormonellen Veränderungen bei Frauen vor oder nach der Menopause nach zeitlich begrenzter Nahrungsaufnahme festgestellt.
Jenseits von Hormonen: PMS-Linderung
IF kann auch die Symptome des prämenstruellen Syndroms (PMS) lindern. Es hat sich gezeigt, dass das Alternate-Day-Fasten (ADF) den Schweregrad des PMS verringert und die Lebensqualität übergewichtiger Frauen verbessert, was auf Vorteile hindeutet, die über den reinen Zeitpunkt der Menstruation hinausgehen.
IF vs. traditionelle Diäten
Wenn es um Gewichtsverlust und hormonelle Gesundheit geht, kann IF eine ebenso gute oder sogar bessere Leistung erbringen als herkömmliche kalorienreduzierte Diäten. Der Zeitpunkt der Mahlzeiten scheint entscheidend zu sein. Frühere Essensfenster können die Insulinsensitivität verbessern und den Androgenspiegel senken, insbesondere bei Frauen mit PCOS.
Fazit: Was bedeutet das?
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse entwickeln sich noch weiter. Bei manchen Frauen können durch IF regelmäßigere Zyklen und ein verbesserter Hormonhaushalt auftreten, während es bei anderen zu Störungen kommen kann. Der Schlüssel liegt in der Personalisierung: Körpergewicht, Aktivitätsniveau und Fortpflanzungsziele sollten alle in jede Fastenkur einbezogen werden.
Gesundheitsexperten empfehlen, vor Beginn der IF einen Arzt oder Ernährungsberater zu konsultieren, um sicherzustellen, dass es die hormonelle und menstruelle Gesundheit unterstützt und nicht beeinträchtigt. Die langfristigen Auswirkungen bleiben unbekannt und individuelle Ansätze sind unerlässlich.





























