Atopische Dermatitis (AD) – eine chronische Hauterkrankung, die durch Ausschlag, Juckreiz und Trockenheit gekennzeichnet ist – geht oft über nur körperliche Beschwerden hinaus. Bei vielen Menschen mit AD kommt es zu erheblichen Störungen des Schlafs, der Konzentration und des geistigen Wohlbefindens. Das Problem besteht darin, dass sich viele Patienten mit einer „ausreichend guten“ Symptombehandlung zufrieden geben, wenn es wirksamere Lösungen gibt.
Die versteckten Kosten unbehandelter AD
Während topische Behandlungen vorübergehende Linderung verschaffen können, bekämpfen sie nicht immer die zugrunde liegende Entzündung, die die Krankheit verursacht. Dies kann zu häufigen Schüben, anhaltenden Beschwerden und negativen Auswirkungen auf das tägliche Leben führen. Untersuchungen bestätigen dies: Schwere AD ist mit verminderter Produktivität und erhöhter psychischer Belastung verbunden. Für Profis bedeutet dies, dass sie Schwierigkeiten haben, Symptome zu maskieren und gleichzeitig ihre Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Erkennen, wenn die Behandlung fehlschlägt
Der erste Schritt zu einem besseren Management besteht darin, zu erkennen, wann Ihr aktueller Ansatz nicht funktioniert. Zu den Zeichen gehören:
- Immer häufigere oder länger andauernde Schübe.
- Symptome, die nicht auf konsequente topische Therapien ansprechen.
- Schlafstörungen aufgrund starken Juckreizes.
- Rissige, infizierte Haut durch Kratzen.
- Unkontrollierbare Nebenwirkungen bestehender Medikamente.
Wenn AD außerdem Ihr Selbstvertrauen, Ihre Konzentrationsfähigkeit oder Ihr Berufsleben beeinträchtigt, ist es an der Zeit, Ihren Behandlungsplan zu überdenken. Das Führen eines detaillierten Symptomtagebuchs – einschließlich körperlicher Symptome, Schlafqualität und Arbeitsleistung – kann Ihrem Hautarzt wertvolle Erkenntnisse liefern.
Gemeinsame Entscheidungsfindung für optimale Ergebnisse
Patienten müssen keine unvollständige Symptomkontrolle akzeptieren. Wenn Sie über einen Behandlungswechsel nachdenken, bereiten Sie für Ihren nächsten Termin konkrete Fragen vor. Zum Beispiel:
- Ist reine Haut ein realistisches Ziel oder nur eine Verringerung des Juckreizes?
- Welche alternativen Medikamente gibt es, einschließlich Optionen wie JAK-Inhibitoren?
- Wie sieht der erwartete Zeitrahmen für Verbesserungen durch neue Behandlungen aus?
- Auf welche häufigen und seltenen Nebenwirkungen ist zu achten?
- Ist mit oralen Therapien eine langfristige Lösung möglich?
- Welche Anpassungen des Lebensstils ergänzen die Medikation?
Neue Optionen und Überlegungen
Orale Therapien wie JAK-Hemmer bieten einen aggressiveren Ansatz, um den Juckreiz-Kratz-Zyklus zu stoppen und chronische Entzündungen zu kontrollieren. Allerdings ist nicht jeder ein Kandidat. Besprechen Sie diese Optionen immer mit Ihrem Hautarzt, um festzustellen, ob sie für Ihre Erkrankung geeignet sind.
Das Fazit
Wenn Sie sich mit einem AD-Management zufrieden geben, das „ausreichend gut“ ist, kann dies sowohl Ihre körperliche als auch Ihre geistige Gesundheit beeinträchtigen. Indem Sie die Symptome verfolgen, die richtigen Fragen stellen und fortschrittliche Behandlungen in Betracht ziehen, können Sie chronische Beschwerden überwinden und die Kontrolle über Ihr Wohlbefinden zurückgewinnen.
Quellen:
LeBovidge JS et al. Depression und Angst bei Patienten mit atopischer Dermatitis. Annals of Allergy, Asthma & Immunology. Mai 2025.
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Ludmann P. Ekzemtypen: Diagnose und Behandlung der atopischen Dermatitis. American Academy of Dermatology Association. 24. September 2025.





























